Geburtstermin-Rechner
Zuletzt aktualisiert: 2026-08-10
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Der Geburtstermin-Rechner hilft werdenden Eltern, den voraussichtlichen Entbindungstag zu bestimmen. Dieses praktische Werkzeug nutzt die Naegele-Regel, eine international anerkannte Methode zur Berechnung der Schwangerschaftsdauer, und gibt Ihnen einen verlässlichen Orientierungspunkt für die kommenden Monate.
Was der Geburtstermin-Rechner leistet und wann Sie ihn nutzen sollten
Der Geburtstermin-Rechner ermittelt Ihren errechneten Entbindungstag auf Basis des ersten Tages Ihrer letzten Menstruation. In der Geburtshilfe dient dieser Termin als zentraler Ankerpunkt: Er legt den Startpunkt für Vorsorgeuntersuchungen fest, hilft bei der Planung des Mutterschutzes und ermöglicht eine genaue Einschätzung der kindlichen Entwicklung. Nur etwa fünf von hundert Babys kommen tatsächlich am errechneten Tag zur Welt – die natürliche Geburtszeit liegt zwischen der 37. und 42. Schwangerschaftswoche. Dennoch ist der berechnete Termin unverzichtbar, um etwa den optimalen Zeitpunkt für den Ersttrimesterscreening oder die Feindiagnostik festzulegen. Nutzen Sie den Rechner idealerweise gleich nach dem positiven Schwangerschaftstest, um frühzeitig einen groben Fahrplan für die nächsten Monate zu haben.
Die Naegele-Regel verständlich erklärt
Die Berechnung folgt einem klaren Schema: Sie nehmen den ersten Tag Ihrer letzten Periode, addieren genau 280 Tage – das entspricht 40 Wochen. Aus der Klinikpraxis hat sich ein einfacher Merksatz etabliert: „Erster Tag der letzten Blutung minus drei Monate plus sieben Tage“. Dies funktioniert zuverlässig bei einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus, bei dem der Eisprung um den 14. Zyklustag stattfindet. Dabei ist wichtig zu verstehen: Erster Tag der letzten Menstruation (1. Zyklustag): Das ist der Startpunkt. Zählen Sie ab hier sieben Tage dazu und ziehen Sie dann drei Kalendermonate ab. Beispiel: Letzte Periode am 20. April 2025 – minus drei Monate ergibt den 20. Januar 2025, plus sieben Tage = 27. Januar 2026. Zykluslänge: Der Standardwert von 28 Tagen liegt der Regel zugrunde. Jede Abweichung nach oben oder unten verschiebt den Eisprung und damit die Empfängnis. Bei einem 32-Tage-Zyklus müssen Sie zum errechneten Datum vier Tage hinzufügen, bei einem 26-Tage-Zyklus ziehen Sie zwei Tage ab.
Zwei Beispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Regelmäßiger 28-Tage-Zyklus
Eine Frau hat ihre letzte Periode am 3. Juli 2025. Ihr Zyklus ist klassisch mit 28 Tagen. Die Rechnung: 3. Juli minus drei Monate = 3. April 2025, plus sieben Tage. Der errechnete Geburtstermin ist der 10. April 2026. Dieses Datum markiert die 40. Schwangerschaftswoche. Die erste Ultraschalluntersuchung zwischen der 9. und 12. Woche kann diesen Termin bestätigen oder um maximal eine Woche korrigieren – modernere Geräte messen die Scheitel-Steiß-Länge des Embryos mit einer Genauigkeit von plus/minus drei Tagen.
Beispiel 2: Kürzerer Zyklus von 25 Tagen
Eine andere Frau hat einen verkürzten Zyklus von 25 Tagen, ihr Eisprung findet daher bereits um den 11. Zyklustag statt. Ihre letzte Periode begann am 14. November 2025. Der Grundschritt: 14. November minus drei Monate = 14. August 2025, plus sieben Tage = 21. August 2026. Jetzt der Zyklusausgleich: 28 minus 25 = 3 Tage Unterschied. Da der Eisprung früher stattfand, wird der Termin um drei Tage vorverlegt: 21. August minus drei Tage = 18. August 2026. Dieses Vorgehen verhindert, dass die Schwangerschaft fälschlicherweise als zu kurz eingeschätzt wird.
Häufige Fehler beim Berechnen des Geburtstermins
- Falscher Startpunkt: Viele Frauen notieren den letzten statt den ersten Tag der Blutung. Da die Menstruation drei bis sieben Tage dauert, kann der Termin so um fast eine Woche verfälscht werden.
- Ignorieren der Zykluslänge: Die Annahme eines 28-Tage-Zyklus führt bei Frauen mit natürlicherweise längeren oder kürzeren Zyklen zu systematischen Fehlern. Ein Zyklus von 34 Tagen verschiebt den Eisprung um sechs Tage nach hinten – ohne Korrektur wird der Termin zu früh angesetzt.
- Überbewertung der ersten Berechnung: Viele behandeln den errechneten Termin als fixes Datum. Dabei zeigt die Statistik, dass nur rund vier Prozent der Kinder exakt an diesem Tag geboren werden. Der Termin ist eine Schätzung, keine Garantie.
- Fehlende Anpassung nach Ultraschall: Die frühe Ultraschallmessung zwischen der 8. und 13. Woche gilt als Goldstandard. Weicht die gemessene Fruchtgröße um mehr als sieben Tage vom errechneten Datum ab, sollte der Frauenarzt den Termin korrigieren. Viele Frauen weigern sich jedoch, den einmal notierten Termin zu ändern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie genau ist der Geburtstermin eigentlich?
Die reine Berechnung nach der Naegele-Regel hat eine Genauigkeit von etwa plus/minus sieben bis zehn Tagen – vorausgesetzt, der Zyklus ist regelmäßig und die Frau erinnert sich exakt an den ersten Blutungstag. Die Ultrschallmessung im ersten Trimester ist mit einer Abweichung von nur drei bis fünf Tagen deutlich präziser. In der Praxis kombinieren Ärzte beide Methoden: Die Regelrechnung gibt den ersten Anhalt, der frühe Ultraschall justiert nach. Ein normaler Geburtszeitraum reicht von der vollendeten 37. bis zur 42. Woche – das entspricht einer Spanne von fünf Wochen, in der die Geburt jederzeit starten kann.
Was mache ich, wenn ich mein Datum der letzten Periode nicht kenne?
Kein Grund zur Sorge. Wenn Sie sich unsicher sind, ist die frühe Ultraschalluntersuchung der beste Weg. Bei einer Schwangerschaft nach einer Kinderwunschbehandlung (wie einer IVF) berechnet der Arzt den Termin ab dem Tag des Embryotransfers: Bei einem Transfer am 15. Januar 2026 eines Drei-Tage-Embryos addieren Sie 266 Tage – das ergibt den 8. Oktober 2026. Bei einem Blastozysten-Transfer am fünften Tag nach Eizellentnahme zählen Sie 263 Tage dazu. Auch wer seinen Eisprung genau kennt – etwa durch Temperaturmessung oder Ovulationstests – kann die genauere Methode nutzen: Eisprungdatum plus 266 Tage.
Warum spricht man von 40 Wochen, obwohl die Schwangerschaft nur neun Monate dauert?
Diese scheinbare Ungereimtheit entsteht durch die Zählweise: Die 40 Wochen werden ab dem ersten Tag der letzten Periode gerechnet – also etwa zwei Wochen, bevor die Befruchtung überhaupt stattfindet. Die tatsächliche Entwicklungszeit des Kindes beträgt durchschnittlich 38 Wochen (266 Tage) ab dem Zeitpunkt der Empfängnis. Klinisch hat sich jedoch die 40-Wochen-Zählung durchgesetzt, weil der erste Blutungstag meist leichter zu bestimmen ist als der genaue Eisprung. Die erste „Schwangerschaftswoche“ findet also rein rechnerisch statt, bevor die Frau überhaupt schwanger ist.