Erdaushub-Rechner

Zuletzt aktualisiert: 2026-08-10

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Der Erdaushub-Rechner ist ein praktisches Online-Tool, mit dem Sie das genaue Aushubvolumen für Baugruben berechnen können. Ob für ein privates Bauprojekt wie eine Kellergrube oder eine gewerbliche Baustelle – dieser Rechner hilft Ihnen, den Erdaushub präzise zu planen und Kosten realistisch einzuschätzen.

Was der Erdaushub-Rechner berechnet und wann Sie ihn einsetzen sollten

Der Rechner ermittelt das Nettovolumen des Aushubs (also die reine Kubatur der Baugrube), das aufgeplockerte Volumen nach dem Ausheben (das sogenannte aufgeplockerte Erdvolumen) sowie die benötigte Anzahl an Lkw-Ladungen für den Abtransport. Zusätzlich wird die Fläche der seitlichen Böschungen (der sogenannte Perimeter) berechnet, die für die Planung von Verbau oder Abdichtungen wichtig ist.

Typische Einsatzbereiche sind:

Das Tool ist besonders wertvoll in der frühen Planungsphase, wenn Sie Angebote von Erdbauunternehmen vergleichen oder den Materialbedarf für den Abtransport kalkulieren möchten.

Die Formel des Erdaushub-Rechners – Variablen einfach erklärt

Der Erdaushub-Rechner arbeitet mit einer klaren, nachvollziehbaren Formel. Die Grundberechnung erfolgt in vier Schritten:

Schritt 1: Nettovolumen (V_netto)
Die Formel lautet: Länge (m) × Breite (m) × Tiefe (m) = Volumen in Kubikmetern (m³). Dabei steht L für die Länge der Baugrube, W für die Breite und H für die Aushubtiefe (alle in Metern). Dieses Volumen beschreibt den Raum, den die Grube im festen Erdreich einnimmt.

Schritt 2: Aufgeplockertes Volumen (V_esponjado)
Nach dem Ausheben lockert sich der Boden auf – das Volumen nimmt zu. Der Rechner multipliziert das Nettovolumen mit dem Faktor fe (dem Auflockerungsfaktor). Standardmäßig ist dieser mit 1,25 voreingestellt, was einer typischen Auflockerung von 25 Prozent entspricht. Bei stark bindigen Böden (z. B. Lehm) kann der Faktor höher liegen, bei felsigem Untergrund niedriger.

Schritt 3: Anzahl der Lkw-Ladungen
Das aufgeplockerte Volumen wird durch 8 m³ geteilt (durchschnittliche Ladekapazität eines Kipper-Lkw). Der Rechner rundet auf die nächste ganze Zahl auf, da Sie auch auf der Baustelle volle Ladungen benötigen.

Schritt 4: Perimeter (Böschungsfläche)
Der Rechner berechnet die Fläche der seitlichen Grubenwände: 2 × (Länge + Breite) × Tiefe. Diese Angabe ist wichtig, wenn Sie Schalungen, Abdichtungen oder Hangbefestigungen einplanen müssen.

Zwei konkrete Beispiele mit Zahlen

Beispiel 1: Einfamilienhaus mit Keller (Standardfall)

Sie planen eine Baugrube für ein Einfamilienhaus: Länge = 12 m, Breite = 10 m, Tiefe = 3 m. Der Boden ist normaler Mutterboden mit einem Auflockerungsfaktor von 1,25.

Das bedeutet: Sie müssen mit etwa 57 Lkw-Ladungen rechnen. Der Erdaushub-Rechner zeigt diese Werte sofort an – Sie können damit Ihren Bauantrag präzisieren oder das Angebot eines Erdbauers prüfen.

Beispiel 2: Kleinerer Aushub für einen Teich

Sie möchten einen Gartenteich ausheben: Länge = 5 m, Breite = 4 m, Tiefe = 1,5 m. Der Boden ist lehmig – daher setzen Sie einen Auflockerungsfaktor von 1,3 ein.

Selbst bei einem kleinen Projekt wie einem Teich spüren Sie den Mehrwert: Die fünf Lkw-Ladungen sind planbar, und die 27 m² Böschungsfläche helfen bei der Auswahl der Teichfolie.

Häufige Fehler bei der Berechnung des Erdaushubs

Fehler 1: Der Auflockerungsfaktor wird vergessen oder falsch gewählt
Viele Anfänger nehmen das Nettovolumen als endgültiges Volumen an. Dabei kann der Auflockerungsfaktor je nach Bodenart zwischen 1,1 und 1,5 liegen. Lehmböden lockern sich stärker auf als Sandböden. Ein zu niedriger Faktor führt zu zu wenig eingeplanten Lkw – und damit zu Verzögerungen auf der Baustelle.

Fehler 2: Maße werden nicht in Metern angegeben
Der Rechner erwartet alle Eingaben in Metern. Wer versehentlich Zentimeter oder Millimeter eingibt (z. B. 300 statt 3 Meter Tiefe), erhält unrealistische Werte. Prüfen Sie vor der Berechnung immer die Einheiten.

Fehler 3: Die Böschungsfläche wird vernachlässigt
Besonders bei tiefen Baugruben unterschätzen Planer oft den Aufwand für die seitlichen Wände. Der Erdaushub-Rechner liefert diesen Wert automatisch mit – nutzen Sie ihn für die Materialplanung, denn die Böschungsfläche beeinflusst die Kosten für Verbau oder Abdichtung maßgeblich.

Fehler 4: Keine Berücksichtigung von Zufahrten und Arbeitsraum
Der Rechner berechnet nur den reinen Grubenkörper. In der Praxis müssen Sie rund um die Grube zusätzlich etwa 0,5 bis 1 Meter Arbeitsraum einplanen. Das Tool dient als Basis – für die finale Ausschreibung sollten Sie diesen Puffer manuell hinzufügen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Erdaushub-Rechner

Welcher Auflockerungsfaktor ist für meinen Boden richtig?

Das hängt von der Bodenart ab: Für normalen Mutterboden und Sand nehmen Sie 1,15 bis 1,25. Für Lehm und Ton eignet sich 1,3 bis 1,4. Bei felsigem Untergrund kann der Faktor auf 1,5 steigen, da sich grobe Brocken schwerer stapeln lassen. Fragen Sie im Zweifel Ihren Bodengutachter oder das örtliche Tiefbauamt.

Kann ich den Rechner auch für den Aushub von Leitungsgräben verwenden?

Ja, grundsätzlich ja. Geben Sie die Länge des Grabens, die Breite und die Tiefe ein. Bedenken Sie aber, dass Leitungsgräben oft schmaler sind – hier kann der Auflockerungsfaktor etwas niedriger ausfallen, da der Boden weniger stark gestört wird. Ein bewährter Wert ist 1,15 für schmale Gräben.

Warum berechnet der Rechner die Böschungsfläche (Perimeter) mit?

Die Böschungsfläche ist ein oft unterschätzter Kostenfaktor. Sie wird benötigt für:

Mit dem Perimeter-Wert können Sie diese Posten in der Baukalkulation exakt berücksichtigen und unnötige Nachträge vermeiden.

Geschrieben und geprüft vom CalcToWork-Redaktionsteam. Letzte Aktualisierung: 2026-08-10.